Bundestagswahl-2009.de auf Twitter

Was ist eigentlich Wahlkampf?

Der Wahlkampf ist schneller, persönlicher geworden. Sogar Außenpolitik geht. Elf Wochen wird er jetzt dauern. Und außer Atompolitik ist noch nichts in Sicht.

WERDEN WAHLKÄMPFE WICHTIGER?

Aber ja. Und zwar, weil erstens immer noch gilt, dass Parteien gewählt werden – und damit Programme nicht zu unterschätzen sind. Es gibt tatsächlich Menschen, die sie lesen. Oder die zuhören, wenn der eine oder andere Politiker sachlich-inhaltlich redet, sprich: zu argumentieren versucht. Also bedarf es der Sorgfalt bei der Formulierung der eigenen Ziele in einem sogenannten Regierungsprogramm als Destillat dessen, was die Grundsätze der jeweiligen Partei sind. Zum Beispiel 2005, als Angela Merkel auch deswegen mit der Union von fast 49 Prozent in Umfragen auf etwas mehr als 35 Prozent der Stimmen sackte: Es fehlte der wirklich ansprechende Begriff für das, was sie wollte. Wenn überhaupt, dann wäre es „Mut zur Zumutung“ gewesen, aber wer will das schon wissen, geschweige denn wählen. Stattdessen wäre ein Programm unter dem Leitmotiv „Solidarität statt Kapitalismus“ angesagt gewesen (eine Idee von Heiner Geißler, die ungehört blieb).

Zweitens werden Wahlkämpfe wichtiger, weil a) die Spitzenkandidaten in ihrer Bedeutung gestiegen sind. Sagte man früher, also etwa 1998, noch, der Kandidat sei für zusätzlich zwei Prozent gut, so sind es heute, nach den Erfahrungen 2005, sicher mehr. Fünf Prozent, zehn Prozent, die Fachleute sind da uneinig. Kandidat und Programm müssen aber in jedem Fall stimmig sein, weit stimmiger als vordem, weil jede Abweichung genau registriert wird – die neuen Medien bis hin zu Twitter zwitschern der Partei sonst was.

Und dann b), weil gelungene Feinabstimmungen belohnt werden. Das beste – neudeutsch gesprochen – „wording“, dazu eine Kampagne mit Bildern, die Bände spricht und den Kandidaten authentisch wirken lässt, sind Voraussetzung. Siehe die letzte Kampagne von Ole von Beust in Hamburg. Mit der erreichte die CDU die eigenen Leute, aber interessierte auch unschlüssige Wähler. Und von denen gibt es bis zum Wahltag, ja bis in die Wahlkabine hinein immer mehr. Experten sprechen von bis zu 40 Prozent. Da ist Wahlkampf buchstäblich bis zur letzten Minute wichtig…“

>> gesamter Artikel

Quelle: Tagesspiegel

1 comment to Was ist eigentlich Wahlkampf?

  • Rojas

    Wahlkampf:
    Ein Sommerwahlkampf ist so etwas, wie die Frauen verstehen Ihre Maenner die Distanz zu zeigen, sofern sie nicht den Applaus verdienen eines Jahres in Ihren eigenen Reihen und der folgenden Aeusserungen eines politischen Textes.
    Die Summe der Wahl-kampf-Worte ist so etwas, wie man versteht die vielen politischen Parteien die unter den Fuessen der diplomatischen Kraefte, versuchen neues zu erfinden ohne dabei das Ziel zu verlieren des Volkes einer Zeitspanne.

Leave a Reply

 

 

 

You can use these HTML tags

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>